Amocean Blog

Auslegerboot des Villages Motel auf KiritimatiWenn Kiritimati überhaupt irgendjemandem bekannt ist, dann Sportfischern – insbesondere Fliegenfischern. Kiritimati ist das größte Atoll der Welt und hat, wie könnte es anders sein, auch eine riesige Salzwasserlagune. Sie ist durchzogen von flachen Gebieten, so genannten Flats. Vier der sechs Hotels auf der Insel, die von Ausländern frequentiert werden, sind mehr oder minder auf diesen speziellen Menschenschlag spezialisiert. Wie spezialisiert man sich auf Fliegenfischer? Indem man sich Boot zulegt, am besten wunderschöne, hölzerne Auslegerboote, von denen aus es sich bequem angeln lässt oder die einen gemütlich zu den Angelplätzen auf den Flats bringen können. Wie so viele andere Sportarten auch, ist diese für all diejenigen, die sie nicht ausüben, ziemlich unverständlich. Warum fliegt man quasi ans Ende der Welt (andere beliebte Destinationen für Fliegenfischer sind die zentralen Regionen Patagonien und Kamtschatka), steht jeden Morgen elendsfrüh auf (oft vor 5:00 Uhr), mummelt sich von Kopf bis Fuß einen, um von der tropischen Sonne und ihrer vom Wasser reflektierten Strahlung keine Verbrennung des 3. Grades zu bekommen und stiefelt dann den ganzen Tag über die Flats auf der Suche nach Riesen-Trevally , Grätenfischen und Drückerfischen?

Regenbogen ahoi - eine doppelte WiedergutmachungUm eine Antwort darauf zu finden bin ich neulich mit Gästen des The Villages Hotels ausgefahren. Aber das Universum scheint es nicht zu mögen, wenn ich aufs Wasser raus möchte. Jedes Mal hat es geregnet und auch dieses Mal war es keine Ausnahme. Über der Lagune hingen tiefe, dunkle Wolken und immer mehr wurden von dem relativ starken Ostwind heran getrieben. Wir konnten Regenfelder an Land und über dem Wasser erkennen. Und manchmal mussten wir genau durch ein solches Regenfeld hindurch auf dem Weg zum angepeilten Flat. Die Belohnung fürs Nasswerden war ein doppelter Regenbogen direkt vor uns. Und wir mögen uns hier zwar fast direkt am Äquator befinden, aber um 6:30 h morgens ist es auch hier ziemlich kalt, wenn man klatschnass im Wind sitzt!

Das Flat, das wir ansteuerten, war vom auflaufenden Wasser bereits zu stark überspült und überhaupt sah es in der Lagune nicht schön aus. Die Angelführer, die bei uns waren, haben daher beschlossen, dass wir hinausfahren aufs offene Meer vor der Lagune. Dort wecken nicht nur Stachelmakrelen das Interesse der Angler, sondern auch Gelbflossen-Thunfische, Wahoo, Milchfisch und Fächerfisch. Im Gegensatz zum Fliegenfischen in der Lagune, wo es strickt fangen&freilassen ist (mit dem obligatorischen Foto dazwischen), geht es beim Fischen im offenen Wasser ums Abendessen. Denn Wahoo Sashimi als Appetitanreger und Thunfischsteaks zum Abendessen sind nicht zu verachten. (Bei diesen Köstlichkeiten schimpft nicht einmal mein ökologisch geschultes Gewissen, da der Verzehr dieser lokalen Fische ökologisch sicher sinnvoller ist, als aus den USA importierte Hühnchen oder Instant-Nudeln aus Asien).

Welcher Ohrring darf's denn sein?Wir kreuzen also quer durch die Lagune, durch Regen und Wind, um vom Pancake Flat zum Lagunenausgang zu kommen und hinaus auf das offene Meer. Nach einem halbherzigen Versuch Milchfische zu fangen, fahren wir – wir mir scheint – ziellos in der Gegend rum, bis wir endlich inder Ferne einen Vogelschwarm entdecken. Eein großer, aufgeregter Schwarm Schwarzer Noddies, jagt die knapp über der Oberfläche. Wo Vögel sind sind auch Fische - also nichts wie hin. Aber welche "Fliege" ist jetzt die beste, bei welcher werden die begehrten Fische anbeißen? Randnotiz für Angel-Ignoranten wie mich: es handelt sich nicht wirklich um Fliegen, sondern um kleine oder große puschelige Anhänger an Angelhaken. Um ganz ehrlich zu sein sieht es für mich eher wie einer Kiste voller Disco-Girl-Ohrringe aus den achtziger Jahren aus als nach Angelzubehör. Die Wahl wird getroffen und die Fliegen ausgeworfen, eingeholt, ausgeworfen,… endlich beißt etwas an! (Nicht bei mir! Ich angle nämlich gar nicht, sondern beobachte nur die anderen.) Jetzt heißt es kurbeln, kurbeln, kurbeln, Leinen nachlassen, kurbeln. Die Rute biegt sich und ich habe Angst, dass der zierliche Mann an ihrem Ende ins Wasser gezogen wird. Aber zum Glück ist er doch etwas schwerer als der Gelbflossen-Thunfisch, den er schließlich bei uns an Bord landet. Das Abendessen war gesichert!

Gleiche Beute, andere GrößenordnungDas war dann auch für mindestens eine Stunde der einzige Fisch, der sich für die Fliege interessierte. Im Gegensatz zu den Fischen fanden junge Fregattenvögel sie aber sehr spannend. Ich glaube, die Gruppe Halbwüchsiger, die uns begleitete, hatte eine Wette abgeschlossen: Wer kann die Fliege am häufigsten von der Wasseroberfläche picken, ein paar Meter mit in die Luft hoch nehmen und wieder fallen lassen. Am Anfang versuchten die Sportfischer noch die Fregattenvögel zu vertreiben, denn Vögel fischen ist eines der Dinge, die sie absolut nicht wollen. Es ist wohl ziemlich gruselig, wenn sich ein Haken im Schlund eines Vogels verhängt und sie den Vogel einholen müssen, um ihn vom Haken zu befreien. Zum Glück habe ich das an dem Tag nicht erleben müssen. Die Fregattenvögel haben sich lediglich für die Fliegen aber auf keinen Fall für den Haken interessiert und waren gut darin, diesem auszuweichen, weshalb die Angler dann auch irgendwann aufhörten "Schhh“ und "Haut ab!" zu rufen.

Endlich gab es auch wieder Fisch-Action. Wir sahen ein paar Rückenflossen in der Nähe der Fliegen und einer der Angler rief: "Angebissen!". In dem Moment sahen wir die wunderschöne Rückenflosse eines Fächerfisches sich aufstellen und im nächsten Moment hatte er den Haken samt Fliege auch schon wieder ausgespuckt und war in der Tiefe verschwunden. So ein Pech aber auch! Das Glück wendete sich erst, als wir um die beiden koreanischen Industrie-Fischereischiffe kreisten, die gerade hier vor Anker lagen. Es sind fast immer mehrere dieser marode wirkenden Giganten hier, schließlich ist der Verkauf von Öl, Reinigungsmittel, Fischöl und was sonst noch alles...Fischerei-Lizenzen eine der Haupteinnahmen des Landes. Leider. Die Abfälle, die von diesen Industrieschiffen ins Wasser entsorgt werden, locken eine Menge Fische an und bald hatten wir zwei Regenbogen-Makrelen und einen Echten Bonito an Bord. Außerdem noch einen halben Echten Bonito – die andere Hälfte hatte ein Hai für sich beansprucht. Irgendwie ist es nicht wert, einen halben Fisch mit an Land zu nehmen. Also zerlegten wir ihn gleich an Bord und ich aß das frischeste Sashimi, das ich jemals hatte. Köstlich! (Zum nächsten Angelausflug nehme ich Sojasauce und Wasabi mit).

Die Reste des Fisches verwendeten wir dann als "Fleisch-Fliegen", nachdem sich die Milchfische – einer der Haupt-Speisefische der Inselbewohner – nicht die Bohne für die puscheligen, blauen und pinken Fliegen interessierten. Die Milchfische fingen wir in unmittelbarer Nähe eines der koreanischen Schiffe, dessen Trawler dummerweise gerade gereinigt wurde. Die schmierig-ölige Schicht, die sich auf dem Wasser ausbreitete, ist sicher weder für die Fische noch für die Korallen gesund. Ob sie für uns gesund ist, darüber möchte ich nicht einmal spekulieren.

Map of the Western part of Kiritimati Island, based on wall picture at The Villages Motel in TabwakeaPacking for my trip to Kiritimati Island, I decided I didn’t need to bring a compass, because there are so few roads that even I couldn’t get lost. Big mistake! (Especially considering the lovely compass I got as a farewell present from my colleagues back in Munich.)

On Easter Sunday at 9 am I set out with my beautiful bike to ride towards boating lagoon on the lagoon road. The lagoon road is a sand road along (you wouldn’t guess!) the lagoon, built by the British in the 50th. I didn’t really intend to go all the way to bathing lagoon but only wanted to go a part of the way, see a bit more of the lagoon, and see the condition of the road. So I only brought a camera and one liter of water. (Everyone who got scolded by me when bringing too little water on desert hikes back in Israel is now allowed to sneer!).

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Former picnic peninsula in Ronton - now an isletIf you don’t know where Kiritimati Island is, just follow your finger down (south) from Oahu, Hawaii. Just before you hit the equator, there it is: The biggest coral atoll of planet Earth, inhabited by something between 7.000 and 10.000 people (the last census took place just a few months ago, but the numbers are not yet released). And this atoll sits right in the middle of the warm surface water masses that build up in the east and central Pacific during an El-Niño. According to NOAA data the waters around Kiritimati were up to 3°C warmer than average and the water level was about half a meter higher (sorry my friends of non-metric measuring systems – you’ll have to convert yourself as the internet here is too slow to even try the use of an online converter). What do these numbers mean to the ecosystem of the atoll and to the people living here?

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Pazifikküste bei TabwakeaKiritimati (gesprochen Christmas) gehört zu Kiribati (gesprochen Kiribess), einem der größten Ländern der Erde: 4500 km mal 2100 km. Noch nie davon gehört? Das könnte damit zusammenhängen, dass diese gewaltige Fläche fast nur Pazifik ist, mit 33 eher kleinen Inseln darin. Die gesamte Landfläche von Kiribati ist ungefähr so groß wie das Bundesland Hamburg. Und Kiritimati, die Insel auf der ich gerade bin, ist so groß wie die Stadt Köln. Hier leben rund 13.006.000 Einwohner – 6.000 davon menschlich. Der Rest sind Seevögel, ein paar Hunde, Katzen und Ratten. (Die Mücken, Fliegen und Kakerlaken habe ich nicht berücksichtigt, auch nicht die Skorpione, von denen sich gestern einer in mein Badezimmer verirrt hatte und die rund 15 cm langen Tausendfüßler, deren Biss gemein wehtun soll!).

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ForgiaVecchia01Stromboli – ein kleiner, grüner Kegel im Mittelmeer. Eine Insel, die vom Tourismus lebt. Und der Tourismus will nicht nur den Vulkan, sondern auch wunderschönen Strände aus Lavastrand. Denn was wäre ein Sommerurlaub ohne Sandburgen und Muscheln Suchen? Wobei letztes hier eh nur etwas für die Geduldigen unter uns ist – es sind verdammt wenig Muscheln am Strand!

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